02 · werke · in Arbeit
Kammeroper, entstanden aus einer Reihe von Gesprächen mit Christine Angot. Nicht ein Thema vertonen, sondern eine Form finden, die aufnimmt, was sich der Sprache und der Erzählung widersetzt: den Verlust der Unschuld, das Eindringen des Wirklichen, die Erfahrung des inneren Bruchs.

Das Projekt geht nicht von einem fertigen Libretto aus, sondern vom lebendigen Wort. Im Lauf der Begegnungen mit Christine Angot werden Fragmente — gesprochene, wieder aufgenommene, fallen gelassene Sätze, Stillen, Zögern — zum Rohstoff des Werks. Die Stimme der Schriftstellerin, ihre Art, an bestimmten Wörtern hängen zu bleiben, auf das zurückzukommen, was sich nicht sagen lässt, prägt die musikalische Schreibweise ebenso sehr wie der Text selbst.
Die Unschuld ist hier weder Nostalgie noch ein verlorener, wiederzugewinnender Zustand, sondern eine Schwelle: der Augenblick, in dem die Welt aufhört selbstverständlich zu sein, in dem die Kindheit auf das trifft, was sie nicht vorhersehen konnte. Die Oper sucht diese Schwelle auf der Bühne zu halten — ein enger Raum, ein kleines Instrumentalensemble, eine zurückhaltende Elektronik —, damit die Hörenden dem Bruch so nah wie möglich sind, ohne Erklärung und ohne Distanz.
Weitergabe der Methode: aus dem lebendigen Wort komponieren, in Schreib- und Stimmwerkstätten.
In Frankreich verwurzelt, vom CNM unterstützt; Koproduktionen in Vorbereitung.